CLUB NEWS Golfclub Hünxerwald e.V.


26.07.2018   Platz

Trockenheit – wie gehen wir damit um?


Handwässerung der Grüns

Das anhaltend trockene sonnige Wetter beschert uns zwar endlich mal wieder einen tollen Sommer wie wir ihn lange nicht hatten, aber gerade für die Golfbranche ist das natürlich nur bedingt gut.

Wie Sie auf dem Platz unschwer erkennen können, bewässern wir Abschläge und Grüns sorgfältig, die Driving Range Abschlagzone sowie Putting- und Pitchinggrüns. Daneben wässern wir natürlich alle Beete so gut es geht, um auch hier den Erhalt der Pflanzen wie Rhododendren und Hortensien zu sichern.

Zum Teil werden Sie auch schon beobachtet haben, dass wir die Grüns von Hand zusätzlich bewässern. Das liegt keinesfalls an einer defekten Beregnungsanlage. Aber lesen Sie dazu später weiter unten.

Da die Fairways nicht bewässert werden, sind diese natürlich braun, verbranntes Gras ist vorzufinden sowie teilweise auch bereits „erdige“ Flächen und sogar an manchen Stellen aufgerissenes Erdreich.

Sicherlich hat sich manch einer die Frage gestellt, ob wir den Platz nicht eigentlich sperren müssten, denn ausgeschlagene Divots zum Beispiel haben zur Zeit keine Chance auf ein Wiederanwachsen.

Zunächst einmal eine spieltechnische Betrachtung:

Das verbrannte Fairwaygras bietet beim Schlagen immer noch genügend Untergrund, Flächen ohne Gras und aufgerissenes Erdreich werden über eine Boden in Ausbesserung Regel – auch im Hinblick auf die anstehenden Vierer-Meisterschaften – aus dem Spiel genommen. Vor dem Hintergrund des Ligaspiels am vergangenen Sonntag hatten wir mit dem Landesgolfverband Kontakt aufgenommen, um genau diese Dinge abzusichern. Der Verband sieht die Plätze – egal wie braun sie sind – immer noch als bespielbar an, sogar ohne Sonderplatzregeln, wenn die Erde nicht aufgerissen ist.

Nun die pflegetechnische Betrachtungsweise:

Das braune Fairwaygras sieht zunächst einmal „abgestorben“ aus. Tatsächlich aber ist es aufgrund der Trockenheit erst einmal „nur“ braun. Jeder, der Rasen in seinem Garten hat weiß, dass sich Rasen nach einem starken Regenguss sehr schnell wieder erholt. Gleich verhält es sich auch auf dem Golfplatz mit dem Fairwaygras. Wenn wieder Regen und Feuchtigkeit einsetzt, regeneriert sich das Gras wieder. Flächen, die allerdings bereits sehr viel Erde aufweisen, beispielsweise Bereiche wie an der Bahn 3 zwischen den beiden Bäumen oder Bereiche an der Bahn 14, die der Sonne extrem ausgesetzt sind, erholen sich nicht mehr. Hier ist eine Nachsaat von Fairwaygras erforderlich. Wir sprechen hier in dieser Situation nicht von einer kompletten Neueinsaat, sondern lediglich von einer Nachsaat. Das bedeutet, dass der Rasensamen dann, wenn die Witterung wieder anhaltend feucht bleibt – voraussichtlich zum Herbst hin – an diesen und anderen kritischen Stellen einfach aufgebracht wird. Dieser Rasensamen keimt sehr schnell, sodass die Schadstellen schnell wieder nachwachsen. Da sich die Nachsaat mit dem bestehenden Gras vermischt, ist keine Sperrung des Platzes erforderlich, ggf. nur bestimmte stark beschädigte Areale. Bereits jetzt liegt uns das Angebot für eine Nachsaat vor und Oder- und Liefertermine sind ebenfalls abgestimmt.

Und nun zur Frage, warum die Grüns teilweise von Hand mit Schlauch bewässert werden?

Wie schon oben erwähnt, ist die Beregnungsanlage hier keinesfalls defekt. Unsere Beregnungsanlage bewässert jede Nacht ab 22:00 Uhr bis ca. 7:00 alle Grüns, Vorgrüns, Abschläge und insbesondere auf den Bahnen 10 bis 18 die Anspielbereiche. Aufgrund tagtäglicher Wartung funktioniert diese einwandfrei. Allerdings ist es bei Golfgrüns mit der normalen Beregnung leider nicht getan. Es gibt immer wieder Teilbereiche, die trotz nächtlicher Bewässerung nicht ausreichend durchfeuchtet sind. Die Folge sind trockene Stellen, die extrem schnell absterben, nicht schön aussehen und die auch nicht mehr gut bespielbar sind.

Woran liegt das? Unsere Grüns bestehen zu 80% aus Sand. Sand hat bekanntlich die Eigenschaft, kein Wasser zu speichern. Das ist aber nicht das Hauptproblem. Das Oberboden-Sandgemisch wird stellenweise „hydrophob“, es wird wasserabweisend. Jeder kann das privat bei sich im Garten beobachten, wenn beim Blumengießen das Wasser einfach auf der Oberfläche stehen bleibt, ohne das auch nur ein Tropfen in den Boden sickert.

Woran erkennen wir jetzt ob Wasser fehlt und wann wir zusätzlich wässern müssen?
Mit einem Bodensensor (siehe Bild unten) überprüfen wir an den mittlerweile bekannten Problemstellen, ob der Boden optimal durchfeuchtet ist oder nicht siehe Foto. Der Sensor überträgt alle erforderlichen Daten auf das Smartphone und über die dazugehörige App (siehe Bild unten) lassen sich alle Daten auswerten.

Für den Fall, das zusätzlich bewässert werden muss, befindet sich an jedem Grün eine Zapfstelle, an der wir per Schlauch Wasser entnehmen können.

Trotz aller Maßnahmen und Pläne, wie die Schäden wieder repariert werden, wäre Regen die einfachste Lösung... (BK)


Feuchtigkeitsmesser


Übertragung der Daten auf die Smartphone App



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