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10.02.2019   Regelkunde

Auswirkungen der neuen Golfregeln 2019 auf die Golfplätze

Die neuen Golfregeln ab 2019 wurden nun bereits einigermaßen ausführlich vorgestellt, und vor allen für die neuen Penalty Areas kann man nun darüber nachdenken, welche Auswirkungen das für einen Golfplatz haben kann.

Grundsätzlich könnte man natürlich sagen, dass die neuen Golfregeln keine Auswirkungen auf den Platz haben „müssen“. Man nennt die Wasserhindernisse nun Penalty Areas und man lässt die gelben und roten Markierungen einfach da wo sie sind. Fertig.

Kann man so machen, aber so hat man sich das genau nicht gedacht, als man die Umbenennung durchgeführt hat. Gut, über den Namen „Penalty Area“ kann man streiten. Irgendwie ist der Name auch tatsächlich unglücklich, denn mit Penalty verbinden die meisten wohl den Begriff „Strafe“ – aber ein „Strafbereich“ ist das ja eigentlich nicht wirklich.

Denn grundsätzlich kann man auch aus einer Penalty Area den Ball herausspielen wie er liegt – und neuerdings auch noch so, als wenn er auf dem Fairway liegen würde. Also lose hinderliche Naturstoffe dürfen entfernt werden, der Schläger darf aufgesetzt werden (aber nicht in den Boden gedrückt werden – das darf man auf dem Fairway ja auch nicht), und man darf beim Schlag alles berühren und bewegen. Deshalb kann man sich dann auch letztendlich an den neuen Begriff Penalty Area gewöhnen.

Die Penalty Areas bieten nun die Möglichkeit, auch schwierige, unübersichtliche Bereiche einzubeziehen, die nichts mit Wasser zu tun haben. Natürlich ist das unter anderem auch gemacht worden, um das Spiel zu beschleunigen.
Aber es wird auf fast jeden Platz auch Bereiche geben, wo es wirklich sinnvoll ist, daraus eine Penalty Area zu machen. Man muss sich schließlich das Golferleben nicht unnötig schwer machen.

Allerdings muss man an dieser Stelle gleich alle Golfer, die hoffen, das nun fast der ganze Platz nur noch aus Penalty Areas besteht, und der Ball fast überall wieder ins Spiel gebracht werden kann, erst mal enttäuschen.
Der DGV hat nämlich Ausführungsdetails und Richtlinien mit den Auswirkungen von Penalty Areas auf das Course Rating des Platzes herausgegeben. Und man muss sagen: sehr gut gemacht.

Es ist vieles problemlos möglich – aber eben nicht alles. Immer dann, wenn z.B. eine neue Penalty Area wesentlich die Charakteristik einer Bahn verändert, kann eine Neubewertung erforderlich werden. Man kann also jetzt nicht wahllos „Rot“ stecken.

Wenn wir schon bei „Rot“ sind: die neuen Penalty Aeras sollen eigentlich rot gesteckt werden. In Ausnahmefällen, wenn durch Rot irgendwie die Charakteristik einer Bahn drastisch verändert wird, dann soll Gelb gesteckt werden. Na, ja, ob das unbedingt sein musste…

Es gibt da folgendes Beispiel für Gelb: ein Inselgrün auf einer kurzen Par 3, das auf der Insel rundum zum Wasser hin gelb gesteckt wird. Landet der Ball auf dem Grün und rollt dann ins Wasser, kann der Ball nicht auf der Insel ins Spiel gebracht werden. Denn bei Gelb fehlen ja die zwei Schlägerlängen vom Schnittpunkt um den Ball ins Spiel zu bringen.
Bringt man den Ball auf der Line Fahne zum Schnittpunkt PA-Grenze mit Droppen ins Spiel, kann das also nur vor dem Wasserhindernis sein. Man muss den Ball also wieder über das Wasser spielen. Na ja, da kann man Gelb stecken – muss man aber nicht.
Oder man könnte auch sagen: wer Gelb stecken lässt hat kein Geld für neue rote Markierungen.

Wo sind jetzt aber zusätzliche Penalty Areas sinnvoll? Ein Beispiel sind mehrere Teiche, die jeder für sich rot gesteckt sind, aber eigentlich nicht weit auseinander liegen. Und die Zwischenräume könnten aus Rough bestehen. Da ist dann immer wieder mal die Frage, war der Ball nun im Wasser oder nicht. Hier könnte man nun alle Teiche zu einer Penalty Area zusammenfassen.

Ein weiteres Beispiel sind unübersichtliche Bereiche, die strategisch so dumm in der Gegend herumliegen, das sie den Spielbetrieb doch immer wieder sehr stark beeinträchtigen können, weil man nicht genau erkennen konnte wo der Ball tatsächlich gelandet ist.

Ein sehr gutes Beispiel sind auch viel Bäume und Büsche direkt hinter einem Grün. Hat man den Ball etwas über das Grün gespielt, liegt man dann mitten in diesem Wald und es könnte schwer werden, wenn der Ball unspielbar ist. Zwei Schlägerlängen helfen in einem Bereich mit dichtem Bewuchs ja nicht immer wirklich weiter.
Auf der Verlängerung der Linie Fahne und Ball kommt man aber noch weiter in den Wald hinein. Es bleibt dann nur zurückzugehen, und den Ball erneut von der Stelle zu spielen, von wo aus er zuvor gespielt wurde. Ob das gerecht oder ungerecht ist, da kann man drüber streiten - aber auf jeden Fall hält es auf.
Ist der stark bewachsene Bereich jetzt aber Rot gesteckt, kann der Ball von der Stelle aus, wo er die Grenze überschritten hat, mit zwei Schlägerlängen und einem Strafschlag wieder ins Spiel gebracht werden.

Bei dieser Gelegenheit: es gibt Spieler die sagen, dass man an einer Wassergrenze, die hinter dem Grün so rund gesteckt ist wie das Grün, den Ball gar nicht droppen kann, weil man sonst immer näher zur Fahne wäre.
Erstens wird es das kaum geben, das überall ein exakt gleicher Abstand vorhanden ist, da ja auch die Fahne nicht immer genau mittig auf dem Grün steht.
Zweitens kann man deshalb ja die zwei Schlägerlänge vom Schnittpunkt beliebig nach links oder rechts abmessen. Und eine der beiden Stellen dürfte dann eigentlich nicht näher zur Fahne sein.
Drittens kann man bei Penalty Areas den Ball ganz hart an der Grenze droppen. Man darf nämlich bei der Schlagausführung problemlos und ohne Einschränkungen innerhalb der Penalty Area stehen wenn man den Ball außerhalb gedroppt hat.

Es gibt also insgesamt doch einige Bereiche, wo es sinnvoll erscheint zusätzlich Rot zu stecken, ohne gleich die Charakteristik eines Platzes übermäßig zu verändern.

Die meisten Golfplätze werden nun deshalb wahrscheinlich erst mal zusätzliche rote Markierungen ordern, und bei jeder Änderung müssen dann ja auch die Abschlagtafeln, Birdie-Books und Bahngrafiken auf den Internetseiten entsprechend angepasst werden.

Und auch bei den Platzregeln wird es Änderungen geben. Lose hinderliche Naturstoffe dürfen jetzt auch ohne Platzregel grundsätzlich aus Bunkern entfernt werden, und ein eingebetteter Ball darf nun grundsätzlich im gesamten Gelände (aber nicht in Penalty Areas) besser gelegt werden.
Die neue mögliche Platzregel, das man mit zwei Strafschlägen einen verlorenen Ball bzw. einen Ball im Aus auf dem Fairway wieder ins Spiel bringen kann, wird aber hoffentlich nur von wenigen Clubs übernommen.

Ansonsten kann man sich nur überraschen lassen, wie jeder Golfplatz für sich die neuen Möglichkeiten tatsächlich umsetzt. Für den Golfclub Hünxerwald ist jedenfalls in dieser Angelegenheit der Sportausschuss bereits tätig. (Ni)



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