CLUB NEWS Golfclub Hünxerwald e.V.


04.09.2020   Club

Der neue Vorstand stellt sich vor

Wer sind die Personen, die am 07. Juli 2020 auf der Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern gewählt wurden? Wie sehen sie aus, was charakterisiert sie, was haben sie vor, wo geht die Reise hin?

Fragen, die Journalist Ralf Weihrauch dem neuen Präsidenten und seiner Vizepräsidentin in einem persönlichen Interview gestellt hat!



„Evolution, keine Revolution“


Interview mit
Martina Möllenbeck und Oliver Volaj


Von Ralf Weihrauch

Seit knapp zwei Monaten ist der neue Vorstand des GC Hünxerwald im Amt. Auf der Jahreshauptversammlung Anfang Juli wurde Oliver Volaj zum Präsidenten gewählt. Der 50-Jährige nahm bis auf Platzwart Boris Striebing ein komplett unbeschriebenes Team ins Boot.
Der neue Vorstand verfolgt seitdem ein abgestimmtes Konzept, damit sich der GC Hünxerwald wieder ein Stück weiterentwickeln kann. Knapp zwei Monate ist das Gremium jetzt also an der Werkbank. Was ist seitdem passiert, was sind die nächsten Schritte, wo will man grundsätzlich hin?

Unerwartete Anfragen - der Beginn

Oliver Volaj hat sich nach der überraschenden Ankündigung, daß Karl-Hermann Krull nicht mehr zur Wahl steht, nicht lange Gedanken machen müssen. "Der Verein, nein besser die Mitglieder liegen mir am Herzen. Ich bin gerne hier. Also nur logisch, daß man versucht, das zu bewahren, was einem wichtig ist."
Für Martina Möllenbeck kam die Frage, ob sie Vizepräsidentin werden wolle, ebenfalls unerwartet: „Ich brauchte einen Moment, aber die Aufgabe hat mich direkt gereizt. Vielleicht hilft es einem Vorstand, wenn hier und da eine weibliche Perspektive auf die Dinge entsteht. Die Mischung, je bunter, je besser, kann sich am Ende nur in neuen, guten Ideen widerspiegeln."

Etabliertes bewahren – Moderne Elemente verstärken

Der neue Präsident unterstreicht, dass er unter sehr guten Voraussetzungen an den Start gegangen ist: „Der Club steht absolut makellos da, ist schuldenfrei und das gedeckelte Mitgliederkontingent bleibt ganz sicher auch zukünftig ausgeschöpft. Probleme neue Mitglieder zu gewinnen haben wir zum Glück nicht. Gründe für einen Eintritt sind schnell gefunden: Wir haben einen wirklich spannenden und anspruchsvollen Platz, der in der Umgebung schon besonders ist. Darüber hinaus haben unsere Grüns mittlerweile eine Qualität, um die uns andere Clubs beneiden. Wir müssen uns ganz sicher nicht verstecken."
Klar ist auch, der Club wird nicht von innen nach außen gekrempelt. Zu viele Dinge laufen schon sehr gut, es heißt jetzt eher bestimmte Bereiche in diesem Rahmen weiter zu entwickeln. Evolution heißt ja auch nicht zwangsläufig, daß man liebgewonnene Traditionen bzw. Rituale über Bord wirft. Augenmaß und Verhältnismäßigkeit sind gefragt. „Das Etablierte soll beibehalten werden. `Fortschritt um des Fortschritts willen` braucht es bei uns nicht.“ Handlungsbedarf besteht in Ansätzen aber natürlich trotzdem.
Martina Möllenbeck sagt: „Wir wollen unseren Fokus verstärkt auf die Außendarstellung des Clubs legen. Die Website kann beispielsweise noch spannender bzw. interessanter werden. Wir sollten darüber hinaus die sozialen Medien stärker bespielen und insgesamt für unseren Club werben - Gutes tun und darüber reden. Das soll nicht nur nach außen funktionieren, wir wollen auch den Mitgliedern aufzeigen, was alles Berichtenswertes im Club passiert. Dadurch wird der Club hoffentlich noch ein wenig "anfassbarer".“

GC Hünxerwald soll interessant bleiben

Ziel der Bemühungen wird sein, die Attraktivität des Clubs im Werben um neue Mitglieder zu erhöhen. Oliver: „Wenn es um Golf in der Region geht, muss unser Club spontan erinnert werden. So unser Anspruch. Wir haben einen großartigen Platz, eine tolle, vielfältige Mitgliederstruktur - das Ergebnis ist ein schlagendes Verkaufsargument: echte Gemeinschaft in wunderschöner Natur. Diese besondere Situation würde wahrscheinlich einen höheren Jahresbeitrag und höhere Aufnahmegebühren rechtfertigen. Aber im Moment steht das nicht zur Diskussion. Der GC Hünxerwald hebt sich im näheren Umfeld durch konstante Jahresgebühren ab, nimmt aktuell sogar nur für bestimmte Altersklassen Aufnahmegebühren."
Martina: "In der näheren Umgebung ist das nicht selbstverständlich. Viele Clubs ziehe gerade ihre Beiträge an. Und das ist auch nachvollziehbar. Die Kosten für den Unterhalt eines Clubs steigen, wie alles im Leben teurer wird. Wir versuchen hier mit Maß und Mitte weiter einen guten Weg für unsere Mitglieder zu finden."

Mitglieder stehen an erster Stelle

Aber natürlich muss der Verein auch genügend Einnahmen für seinen Erhalt generieren, so Martina Möllenbeck: „Wir glauben, daß wir die aktuelle Begrenzung von 620 Mitgliedern ein wenig aufweichen können. Das bisher gültige Motto `Ohne Startzeiten auf den Platz, wann immer man möchte` bleibt sicher auch bei einer neuen, höheren Obergrenze bestehen. Wir wissen, daß der Platz aktuell so frei ist, daß weitere 30-40 Neuaufnahmen keinen wirklich negativen Effekt auslösen würden. Neue Mitglieder sind uns deutlich lieber als auf externe Greenfee-Spieler zu setzen: „Es muss gesichert sein, dass unsere Mitglieder immer auf den Platz dürfen, Turniere mal ausgenommen. Die im Moment verwendeten Startzeiten sind der schwierigen Corona-Situation geschuldet, wir haben in dieser Phase einfach eine Dokumentationspflicht. Natürlich wünschen wir uns bald wieder andere Zeiten zurück - spontan spielen zu können, wann immer es unsere Clubmitglieder auf den Platz zieht.“
Die aktuelle Entwicklung der Mitgliedszahlen stimmt uns positiv, sagt der Präsident: „Wir haben etliche Aufnahmeanträge in der Bearbeitung und weitere Interessenten stehen vor der Tür.“
Martina Möllenbeck ergänzt: „Wir wünschen uns weiterhin eine stimmige Mischung innerhalb der Mitglieder. Unser Club ist schlußendlich kein Selbstzweck, unser Club soll Menschen zusammenbringen und Ihnen eine gute Zeit mit dem großartigsten Sport aller Zeiten verschaffen.“

Sachkenntnis auf jeder Position

Tradition bleibt wichtig, gleichzeitig gilt es auch, sich für die Zukunft vorzubereiten: „Wir stellen im Moment vieles auf den Prüfstand. Wir schauen uns alles an. Was kann man evtl. noch verbessern, wo optimieren? Sind die Dinge, die bisher gut funktionieren auch noch für die kommenden Jahre richtig? Das kostet Energie und bedeutet Aufwand. Die ersten zwei Monate sind wie im Flug vergangen. Aber trotz der intensiven letzten Wochen bleibt am Ende ein Gefühl von Spaß und Zufriedenheit. Wir wollen was bewegen und sind alle bereit dafür unsere Zeit und Leidenschaft zu investieren“, sagt Oliver.
Die Vizepräsidentin ist glücklich, dass im neuen Vorstand viel Sachkenntnis vorhanden ist: „Auf jeder Position sitzt ein Experte, der weiß wie die Dinge in seinem Beritt funktionieren. Als Beispiel sei Gerd Hüsken genannt, der als langjähriger Vorstand der Volksbank ganz sicher alle Kniffe zum Thema Geld & Investment kennt. Im Moment ist unter seiner Führung die Gründung eines Fördervereins im Gange, um mögliche Investoren in Zukunft besser betreuen zu können. Etliche Dinge laufen gerade erst langsam an. Uns ist schon bewußt, daß man im Moment noch nicht allzu viel Neues erkennt. Man gebe uns noch ein wenig Zeit.
Spürbare Veränderung gibt es dagegen schon im Tätigkeitsfeld des Spielführers Achim Grygowski. Turniere werden jetzt ein wenig anders ausgerichtet: Live-Scoring, Halfwayverpflegung, Freigetränke und hier und da eine kleine Aufmerksamkeit bei Damen-/Herren-/Seniorentagen kommen gut an. Achim legt direkt mit Volldampf los. Hier konnten wir relativ schnell zeigen, wie wir uns um die Mitgliedern kümmern wollen. Andere Umsetzungen werden sicher etwas länger brauchen."

Ein neuer Blick aufs Platzdesign

Die Vorstandsmitglieder werden in ihrer Arbeit von Ausschüssen unterstützt. So hat sich rund um Boris Striebing ein Platzausschuss gegründet. „Die Ausschussmitglieder sollen komplett unvoreingenommen, also mit einem ganz neuen Blick, auf den Platz schauen und Ideen für die nahe bis mittlere Zukunft sammeln. Neudeutsch `out-of-the-box-Denken`. Was kann den Platz spieltechnisch, optisch nach vorne bringen? Wie müssen Hindernisse angelegt sein, welche Bäume und Sträucher haben in den letzten Jahren den Charakter des Platzes maßgeblich beeinflußt? Fortschritt oder Rückschritt? Was braucht es im Layout, um den Spaß am Spiel noch weiter zu steigern? Spannende Zeiten. Am Ende kann man sich aus dem Fundus der Ideen bedienen und nach finanzieller Machbarkeit Veränderungen einleiten.“ erklärt Martina Möllenbeck.
Oliver Volaj: „Des Weiteren müssen wir uns mit dem Fakt auseinandersetzen, daß die Sommer immer heißer, die Temperaturen immer höher und die kritischen Dürrezeiten für unseren Platz immer länger werden. Wasser ist in unserem Umfeld tatsächlich Mangelware. Aber auch dazu gibt es Überlegungen mit Experten, um für die Zukunft tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Die Grüns sind nicht das Problem, aber die fehlende Faiwaybewässerung muß irgendwie, zumindest ansatzweise, kompensiert werden."

Jugendarbeit wird forciert

Ein neues, größeres Spielfeld soll die zukünftige Jugendarbeit sein. Der neue Jugendwart Uwe Dickmann ist mit einem ganzen Haufen neuer Ideen aufgeschlagen. Die ersten Trainingssessions laufen bereits, Eltern werden aktiv angesprochen, Veranstaltungen geplant. Oliver Volaj sieht dort einen erweiterten Ansatz: „Unser Ziel besteht nicht nur darin, daß wir den Jugendlichen den Golfsport näherbringen wollen. Die Trainingsarbeit auf dem Platz ist nach unserer Auffassung nur ein Teilbereich der Jugendarbeit. Gemeinsame Fahrten, Vorträge, Besuche von Sehenswürdigkeiten, Zeltlager - all das soll auch die menschliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fördern. Nur den Slice zu bekämpfen, wäre hier zu kurz gedacht. Uwe bekommt unsere Unterstützung, die es jetzt braucht, um diesen Bereich im Club neu zu beleben.“

Feedback erwünscht

Für Martina Möllenbeck ist der ständige Kontakt bzw. Austausch mit den Mitgliedern unabdingbar: „Wir sitzen als Vorstand nicht in einem abgelegenen Elfenbeinturm. Alle Mitglieder des Vorstands sind Viel-Spieler und größtenteils auf der Anlage präsent. Konsequenz: die Mitglieder sollten bitte nicht zögern uns anzusprechen. Fragen, Kritik, Unklarheiten, neue Ideen - je mehr Beteiligung, je besser. Wenn es um sehr wichtige Dinge geht, planen wir zukünftig auch Mitgliederbefragungen.“
Oliver Volaj fügt hinzu: „Wir sind auf dieses Feedback angewiesen. Ich würde mir wünschen, dass die Kritik, die auf der Terrasse des Clubhauses geäußert wird, auch immer zu uns durchdringt. Wir müssen wissen, was die Mitglieder wirklich bewegt. Nur so können Veränderungen kommen, echter Fortschritt entstehen.“

Corona-Maßnahmen werden weiter umgesetzt

Einigkeit besteht im Vorstand, wenn es um die Umsetzung der Corona-Maßnahmen geht, stellt Oliver Volaj klar: „Das ist eine harte Zeit für uns alle. Wir haben hier eine große Verantwortung für den Club und insbesondere gegenüber unseren Mitgliedern.“ Turniere werden zur Zeit nur von der Eins gestartet, die Teilnehmerfelder werden dabei bewußt auseinandergezogen und die gewohnten wuseligen Siegerehrungen mit Preisübergabe wird es wohl auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht geben: „Wir scannen die Lage aber permanent, sind mit den verschiedenen Ämtern und dem Golfverband in Kontakt, um zu sehen, ob und welche Lockerungen es wann geben kann.“ Eine große Stütze ist dabei Club-Managerin Birthe Küpper, die beim Neicken-Cup großartige Arbeit geleistet hat und ein Hygienekonzept umgesetzt hat, das vorbildlich war. Oliver Volaj schränkt direkt ein: „So einen Aufwand kann man einmal bei einem großen Sponsorenturnier betreiben. Das geht aber natürlich nicht dreimal die Woche.“
Martina Möllenbeck „Die Geselligkeit hat in diesem Jahr sehr stark gelitten, kaum ein Miteinander, eher ein distanziertes Nebeneinander auf der Anlage. Wir alle freuen uns auf die Zeit, wenn das Clubleben, wie es früher war, wieder neu beginnen kann.“



Die Köpfe hinter den Namen: die verschiedenen Mitglieder des Vorstands sind in der entsprechenden Rubrik mit Bild und einem kleinen Steckbrief aufgeführt.

⇒ Der Vorstand



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